GTRD CH / FL®
Grosstier-Rettungsdienst Schweiz und Liechtenstein®


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Grosstier-Rettungsdienst CH/FL®

Warum tun wir das alles?

Ein paar persönliche Gedanken zu den 15 Jahren GTRD® von Ruedi Keller

Der Mensch als Gast und verantwortungsvoller Helfer auf unserer Erde

Als Mensch bin ich für einen bestimmten Zeitraum Gast auf unserem schönen Planeten Erde um viel zu lernen, zu arbeiten und möglichst Gutes zu tun. Ich fühle mich verpflichtet unserer Erde Sorge zu tragen so gut ich kann, damit auch die Leute nach mir noch einen schönen Planeten vorfinden können.
Als Mensch empfinde ich schöne Gefühle, wenn ich sinnvoll helfen kann und tue das dort, wo meine Fähigkeiten liegen. Dabei spielt es wahrscheinlich keine Rolle, wo man sich einsetzt. Im Gegenteil, wenn jeder Mensch sich irgendwo einbringt und hilft so gut er kann, dann wäre weltweit wahrscheinlich überall genug Hilfe vorhanden, sodass niemand Mangel leiden müsste.
Ich kann nicht die ganze Welt ändern oder verbessern, ich kann nur in sehr kleinem Rahmen in meinem Umfeld etwas bewirken, aber wenn das jeder so tut, dann geht es rapide aufwärts und würde bald die ganze Welt umspannen...
In diesem Sinne freue ich mich, wenn wir weiterhin und noch viele Jahre helfen und Gutes tun können.

Den Grosstieren verpflichtet

Ich glaube, dass uns Menschen die Tiere von der Schöpfung zur Freude gegeben wurden. Auf jeden Fall wäre für mich ein Leben auf Erden ohne die Vielfalt der wunderbaren Tierwelt völlig trostlos und unvorstellbar öd.
Wir tragen die Verantwortung für alle unsere leidenden Mitgeschöpfe und das Motto in der Bibel "macht Euch die Erde untertan" und demzufolge auch das Tierreich, ist meiner Meinung nach eine Auslegung von Menschen gemacht und bestimmt nicht im Sinne des Schöpfers.
Aus dieser Überzeugung betrachte ich die Tiere als meine Freunde, Kameraden und wertvolle Mitbewohner unserer Erde.
Schon als Kind haben mich grosse Tiere mehr fasziniert als die kleinen, weshalb ich mich nun für die Grosstiere einsetze, wie das viele andere für die Kleintiere machen.

Mensch - Grosstier - Kleintier

Jeder Mensch hat seine Vorlieben und so bevorzugen wir auch verschiedene Tiere in unserem Leben. Diese Vielfalt muss sein, denn so findet jedes Tier seine Bewunderer. Aus diesem Grund finde ich es falsch, dass wir Menschen das Tierreich in sogenannte Haus- oder Heimtiere und andere in Nutztiere einteilen und vor allem, dass dadurch einzelne Tiere fast vergöttert werden, wo andere miserabel gehalten, gequält und missbraucht werden.
Jedes Tier hat ein Anrecht auf eine korrekte Behandlung und hierfür tragen wir Menschen die Verantwortung, ob sie unserem Herzen näher oder entfernter stehen.
Auf jeden Fall glaube ich, dass unsere Einstellung gegenüber unseren "Nutztieren" und die ensprechende Haltung, vielerorts nichts mehr mit Ethik zu tun hat, sondern schlichtweg als Verbrechen an der Schöfpung betitelt werden muss. Ich bin überzeugt, dass die Menschheit in den nächsten Jahren hier massiv umdenken muss.

Wenn etwas tun, dann aber richtig

Oft werde ich als Perfektionist betitelt und das ist tatsächlich eines meiner Merkmale. Ich finde es ist egal, wo man sich einsetzt und was man macht, Hauptsache es ist etwas Gutes und bringt eine Verbesserung. Aber ganz wichtig ist, dass wenn man etwas tut, dass man es mit Herzblut und mit vollem Einsatz tut - nur keine halben Sachen... Dies ist der Grund, warum wir einen hochstehenden, professionellen Grosstier- Rettungsdienst aufgebaut haben und weiter aufbauen wollen. Wir setzen uns mit Herzblut für die Grosstiere ein und so wird von uns auch viel verlangt und erwartet. Wenn bei einem Notfall niemand mehr eine Lösung hat, dann wird ganz bestimmt noch erwartet, dass wir eine Lösung bieten und zwar nicht einfach irgend eine, sondern auch in der schwierigsten Situation noch eine gute für das Tier. Dies entspricht meiner Natur und der Philosphie des GTRD®, denn es ist jedes Mal eine spannende Herausforderung technisch und medizinisch das beste für das Tier herauszuholen. Deshalb wird jeder Einsatz analysiert auch die sogenannten Bilderbucheinsätze. Denn vielfach erreichen wir mit unserer Ausrüstung ein Optimum für den Patienten, aber es gibt auch Situationen, da stehen wir daneben und können tun und machen, was wir können aber trotzdem ist es dem Tier nicht ganz wohl. Es hat zu starke Schmerzen usw. Und genau hier machen wir uns immer wieder Gedanken, suchen gemeinsam nach Lösungen, wie wir in solchen Fällen bessere Hilfe leisten können, wodurch schon viele Hilfsmittel und Methoden bei uns entstanden sind und weitere werden hoffentlich noch entstehen. Dies erklärt nun auch, warum eine Grosstier- Ambulanz und die dazugehörige, vielseitige Ausrüstung so aufwändig und teuer ist und eben ihren Namen verdient, genau wie in der Humanmedizin. Einiges kann heute zwar mit normalen Fahrzeugen getätigt werden, aber dort wo es darauf ankommt, hilft dann nur noch das Spezielle und dies muss dann auch noch die ganze Bandbreite von Notfällen abdecken können, da wir ja nie im Voraus wissen, was uns alles erwartet.

So ein grosser Aufwand - nur für einen Fleischlieferanten?!

Für mich ist das Tier kein Fleischlieferant, denn ich bevorzuge fleischlose Nahrung. Ich denke, dass hier die Menschheit in den nächsten Jahren stark "über die Bücher" gehen muss, denn der massive Fleischkonsum und Ruf nach immer billigerem Fleisch ist für mich ethisch ganz und gar nicht vertretbar und auch aus ökologischer Sicht völlig unverantwortlich. Ist doch ein Teil des Welthungers, das Aussterben vieler Tierarten und andere Umweltprobleme auf diesen übermässigen und unnötigen Konsum zurückzuführen - weniger wäre mehr! Weniger Tiere könnten besser gehalten werden.
Ich sehe bei jedem Einsatz das Tier als lebendes Geschöpf oder Patient in Not vor mir. Mit dieser Einstellung kann ich bei jedem Einsatz mein Maximum geben, da ich möchte, dass das Tier überlebt und wieder gesund wird und in der Zeit, wo es in unserer Obhut ist, möglichst optimal versorgt und betreut ist.

Ist unsere Hilfe übertrieben? Wo soll man aufhören?

Es gibt viele Menschen, die finden, dass Hilfe nur Menschen gebührt oder allerhöchstens im kleinen Rahmen noch für die Haustiere, aber bestimmt nicht für "Nutztiere". Wie schon erwähnt sind wir für unsere Mitgeschöpfe verantwortlich - egal um welches Tier es sich handelt und deshalb setzen wir uns für unsere Grosstiere ein, ob sie materiell nun einen Wert (von Menschen gemacht?!) haben oder nicht. Die Frage ob sich das lohnt, stellt sich bei uns nicht. Es stellt sich höchstens die Frage, wie weit soll man gehen, was darf man dem Tier noch zumuten und wo ist eine Euthanasie zu Gunsten des Tieres angebracht? Dies ist ein schwieriges, kompliziertes Thema und lässt sich nicht einfach so in Schwarz und Weiss einteilen, jeder Fall ist anders und muss individuell beurteilt werden. Viele Leute haben ihre Meinung vorschnell gefasst und urteilen subjektiv. Ich bin der Meinung auch Tiere müssen, wie wir Menschen, gewisse Leiden erdulden können, wenn es zumutbar ist oder wenn die Chance besteht, dass das Tier danach wieder ein lebenswertes Leben führen kann. Erst wenn dies nicht mehr gegeben ist, dann muss über ein "Erlösen" gesprochen werden... Hier streiten sich seit Jahren die Fachleute, was zumutbar ist und was nicht. Dies zu entscheiden ist zum Glück nicht unsere Arbeit. Wenn wir vor Ort sehen, dass ein Tier medizinisch keine Chance mehr hat, dann übernimmt der Tierarzt die Aufklärung für den Besitzer und die weiteren Massnahmen. Manchmal braucht aber ein Besitzer auch in einer vielleicht aussichtslosen Lage Zeit, um sich von seinem Tierfreund zu lösen, da er durch die Unfallsituation schockartig in einen Zustand hineinkatapultiert wurde, wo er sich erst mit der neuen Situation zurechtfinden muss. Hier macht ein Ambulanztransport in eine spezialisierte Klinik absolut noch Sinn, da man dort meistens eine genaue Diagnose stellen kann, was am Unfallort meistens sehr schwierig ist. Auf Grund der Diagnose fällt es dem Tierbesitzer dann meistens leichter, den richtigen Entscheid zu fällen. Unsere Aufgabe ist in diesem Fall gemeinsam mit dem Tierarzt, das Tier so vorzubereiten und zu behandeln, dass das Tier bis in die Klinik möglichst keine Schmerzen und keine spürbaren Leiden hat.
Vielfach sieht ein Unfall für die umherstehenden Leute sehr schlimm aus, aber nach einer guten Erstversorgung kann das Leiden schon stark reduziert werden und wenn dann der Transport in die Klinik noch schonend erfolgen kann, dann ist auch eine gute Chance da, dass auch schwierige Verletzungen wieder gut kommen können. Also kein Grund an der Unfallstelle übereilte, unumkehrbare Schnellschüsse zu tätigen.

Sicherheit für Mensch und Tier

So gerne wir uns für die Tiere einsetzen, so steht doch bei unseren Einsätzen die eigene Sicherheit immer an oberster Stelle. Wir werden mit schwierigen bis schwierigsten Einsätzen konfrontiert und wollen jedes Mal eine möglichst gute Lösung bieten. Aus diesen Gründen müssen unsere Grosstier- Ambulanzen speziell stark gebaut und gut ausgerüstet sein, dass der Einsatz möglichst sicher für Mensch und Tier durchgeführt werden kann. Es sind immerhin Tiere die zwischen 30 kg bis 1200 kg wiegen und wenn so ein Tier mal so richtig tobt, dann muss alles sicher halten. Auch die Fahrwerke und Bremsanlagen unserer Fahrzeuge werden speziell umgebaut, damit sie die hohen Belastungen und Geschwindigkeiten aushalten. Wir wollen ja auch niemanden im Strassenverkehr unnötig gefährden. Dies und noch vieles mehr zeichnet eine moderne Grosstier- Ambulanz GTRD® aus und wurde bis heute mit keinen anderen Fahrzeugen erreicht. Aber das alles kostet Geld, weshalb wir um Ihre Mithilfe bitten und Ihnen dafür sehr dankbar sind.

Das Tier als Freund in der Freizeit oder "Nutztier" im Sport

Wie kann ein Pferdebesitzer seinen Sportathleten an einem Tag nach einem Sieg hochjubeln, überschwänglich an der Cüplibar feiern, natürlich ohne das Siegerpferd, aber wenn am anderen Tag das Pferd einen schweren Unfall erleidet, dann muss es der Tierarzt sofort erlösen, vielfach ohne Beisein des Besitzers und möglichst ohne Kosten zu verursachen?! So wie das Tier bei einem Sieg hochgejubelt wird, wird es in der Not oft fallen gelassen und abgeschrieben. Dies trifft natürlich nicht auf die ganze Sportszene zu, es gibt auch dort verantwortungsbewusste Menschen, die ihren Sportkameraden schätzen und Unfälle können leider überall passieren. Genau, wie es in der Sportszene schwarze Schafe gibt, gibt es solche auch bei den Freizeitreitern, die vor lauter Fürsorge und Pflege vergessen, dass die Tiere nicht nur gutes Essen sondern auch viel Bewegung und frische Luft brauchen aber ihre Tiere im Stall behalten und richtig Krank "pflegen". Auf beiden Seiten könnten wahrscheinlich einige Unfälle und Krankheiten vermieden werden, wenn etwas mehr mit gesundem Menschenverstand auf die arttypischen Bedürfnisse der Tiere eingegangen würde. Es gibt so viele "gescheite" Bücher, aber vieles kann man sich auch einfach aneignen, wenn man sich mal die Zeit nimmt und die Tiere in der Natur bzw. auch bei sich zu Hause beobachtet...
Tiere sind genau wie kleine Kinder, sie brauchen gute Führung und Erziehung und dann kann man viel Freude an ihnen haben... Und vielleicht entdeckt man so auch noch ganz andere Dinge, die man mit seinen Grosstieren machen und Freude daran haben kann...

Wirtschaftskrise und Spenden

Es ist uns bewusst, dass das Halten von Grosstieren im Gegensatz zu den Kleintieren hohe Kosten verursacht. Zudem sind Kleintiere viel zahlreicher und in fast jedem Haushalt vertreten, haben also eine viel grössere Anhängerschaft als die Grosstiere. Dies sehen wir als Grund, dass wir viel weniger Spenden erhalten als die Kleintierorganisationen, obwohl gerade wir für unsere Rettungsfahrzeuge viel höhere Kosten haben als bei einem Kleintier Rettungs-PKW mit einer Hundebox und etwas 1. Hilfematerial.
Die Angst vor der bevorstehenden Wirtschaftskrise macht die Situation auch nicht einfacher. Aber wir sind zuversichtlich, dass wenn die Grosstierfreunde zusammenspannen und unseren Rettungsdienst weiterhin wollen, dass wir dann genügend Geld erhalten, um unsere Existenz zu sichern. Hier bitten wir Sie nochmals um Ihre grossügige Unterstützung und bitten Sie auch Freunde und Verwandte zu motivieren, um dem GTRD® zu helfen. Geld ist hier vielleicht nachhaltiger eingesetzt, als wenn es in fragwürdigen Anlagen blockiert ist und ständig an Wert verliert...

Vielen herzlichen Dank! PC90-740822-3

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